Donnerstag, 23. Februar 2017

Upgrade: die Dimond Farm


Wir stehen da, ohne Arbeit, ohne Unterkunft, ohne Plan wies weitergeht und ein bisschen gefrustet.

Am morgen unseres letzten Arbeitstages auf der Gallaghar Farm (wir erfuhren auch erst an diesem morgen, dass es der letzte Arbeitstag war), kam Tony (der Chef von unserem Chef, der Vertreter von AGP, der Company für die unsre Farm arbeitet so zu sagen) zu uns und meinte, wir könnten ab morgen auf einer anderen Knoblauchfarm arbeiten.
Als wir dann aber am Abend fertig waren mit der Arbeit, trafen wir Jess und Paul, die bereits an diesem Tag spontan auf die andere Farm abgezogen worden waren und erfuhren, dass der Farmer dort noch nicht so genau wüsste, ob er überhaupt noch zwei Leute bräuchte. Es hieß, man würde uns am nächsten Tag Bescheid sagen.



Am nächsten morgen packten wir also unsere Sachen zusammen, denn wir wollten bereit zum Aufbruch sein, wenn der andere Farmer sich meldete. Wir beschlossen schon einmal nach Ballerat (was auf dem Weg zur anderen Farm lag) zu fahren und einzukaufen, da wir von dort aus auch schnell dann zur neuen Farm aufbrechen könnten.
Problem war nur, dass sich niemand meldete und wir eben auch auch keine Telefonnummer von der anderen Farm hatten. Wir hingen also in der Luft.

Nachdem sich bis in den frühen Nachmittag keiner gemeldet hatte, wir Matt nicht erreichen konnten, um Tonys Nummer zu bekommen, riefen wir mal wieder beim Harvest Labour an, mit dem Ergebniss, nun zu wisssen, dass es in ganz Victoria keine Jobs gab. Grandiose Situation.

Wir fuhren zurück zur Gallaghar Farm, da wir keine Ahnung hatten, wo wir hin sollten. Zum Glück trafen wir dort Matt, der uns anbot noch zu bleiben und uns Tonys Nummer gab, sodass wir diesen anrufen konnten, um zu erfahren, dass es keine Arbeit auf der anderen Farm für uns gab.
Und so packten wir all unsere Sachen wieder aus und machten Frustessen.

Grade als wir alles ausgepackt hatten, bekamen wir plötzlich einen Anruf von Tony, wir könnten nun doch zur anderen Farm kommen und dort arbeiten.
Jackpot. Es wurde also alles wieder eingepackt und wir fuhren den ganzen Weg zurück, denn die Farm lag genau auf der anderen Seite von Ballerat.

Wir waren also einerseits recht genervt von diesem hin und her der australischen Bauern, andererseits freuten wir uns über Arbeit, wenn auch nur noch für die nächsten 4 Tage.



Tony hatte uns zwar die Adresse geschrieben, jedoch irgendwie nur die Straße und keine genauere Angabe, wo wir hin sollten.. wenigstens hatten wir den Namen unseres neuen Chefs, sodass ein hilfsbereiter Australier, der uns verzweifelt die Straße rauf und runter fahren sah (in der Hoffnung einen Shed oder ein Feld mit Knoblauch oder irgendwas zu finden), uns dann zu einer Adresse eskortieren konnte. Dort angekommen lernten wir die freundlichen Onkel und Tante unseres Chefs kennen Vivienne und „Uncle Barry“, die uns sogleich zu unserer Unterkunft brachten.
Wir hatten tatsächlich eine kleines Haus, in dem wir kostenlos wohnen durften. Dort trafen wir auch Paul und Jess, die Deutschen, die wir bereits auf der ersten Knoblauchfarm kennengelernt hatten, wieder. Mit ihnen zusammen lebten wir die nächste Zeit in dem Häuschen.

Es war ein Backpacker- Taum sondergleichen. Das Haus, hatte drei Schafzimmer, Bad, eine richtige Küche und ein Wohnzimmer mit Fernseher. Wir waren völlig begeistert, diesen Luxus ganz umsonst zur Verfügung gestellt zu bekommen.





unsere besten Freunde: die australischen Monster


Auch die Arbeitszeiten waren auf dieser Farm ein bisschen menschlicher, vor allem aber waren alle total nett dort. Das einzig uncoole bei der Sache war, dass wir nun als Aufgabe  hatten, den ganzen tag hinterm Trecker her zu laufen und den Knoblauch, der von der Maschine "übersehen" wurde, aufsammeln zu müssen. Schön in der prallen Sonne über Acker rennen und sich alle paar Meter bücken - wuuhuuu..



Aber wir wollen uns ja nicht beschweren- schließlich lebten wir dort ja auch ganz ordentlich und die Bezahlung war auch nicht schlecht.
Mit unseren Mitbewohnern Jess und Paul verstanden wir uns prächtig und genossen gemeinsam  das Aussie- Assi- TV- Programm und das Essen aus einer richtigen Küche.

Als die Ernte beendet war, wurden wir sogar zum Erntebier/ zu einem wirklich  gemütlichen  Grillabend am See eingeladen. Was wir super nett fanden!
Zur Krönung durften wir dann auch noch kostenlos eine weitere Woche in dem Häuschen wohnen bleiben (es war wie Urlaub in einem süßen  kleinen  Ferienhaus  machen). Ein Traum .




Nach all dem Relaxen ging's dann zurück zur Knoblauchfarm Nummer 1, wo wir erneut eine Woche  arbeiteten, um dann endlich  und mit gut gefüllter Reisekasse zurück nach  Melbourne zu fahren.

Australia- Day in Ballerat


Samstag, 11. Februar 2017

Von Schafen, Knoblauch und Bauer sucht Frau


Irgendwie muss man ja die Reisekasse auffüllen: Sarah und Hanna als Erntehelfer „Part 2“ - diesmal keine Kirschen mehr (wie vermutlich aus dem Titel ersichtlich), sondern auf einer Knoblauchfarm (mit vielen Schafen).




Wie kam es nu dazu? Wir hatten uns bereits im Vorwege bei diversen Farmen beworben, von denen es hieß, sie seien im Januar „busy“.. Joa aber wie das mit den Bauern hier so ist, sind solche Ansagen nicht allzu zuverlässig. Wir standen also nach Silvester da und hatten keinen Job und keinen Plan..
Und weils beim letzten mal so wunderbar geklappt hatte, rief ich also wieder beim „National Harvest Labour“ an und erkundigte mich nach Stellen rund um Melbourne. Ich bekam eine Handynummer mit der Info, es sei in der Nähe von Ballerat (ca. 1,5 Stunden von uns entfernt), verstand leider aufgrund meines eingeschränkten Gemüsevokabulars nicht, worum es eigentlich ging, aber egal – in unserer verzweifelten Jobsuche, war uns sowieso mittlerweile alles egal – hauptsache Geld verdienen.

Wir riefen also dort an und erfuhren, dass wir sofort anfangen könnten, dass wir auf der Farm campen dürften, dass pro Stunde bezahlt würde und dass wir für etwa 3 Wochen Arbeit hätten. Das klang soweit super, nur dass wir eben nicht sofort anfangen konnten, denn wir mussten ja noch all unsere Sachen und die Matratze wieder ins Auto packen und eben noch hinfahren. Wir vertrösteten die Frau am anderen Ende der Leitung auf den nächsten Tag.



Und so machten wir uns abends auf den Weg zur Gallagher Farm, um am nächsten Morgen mit der Arbeit zu beginnen.Wir wurden freundlich von unserem Chef „Matt“ empfangen und herumgeführt. Unser Auto durften wir auf dem Hof neben einem Schuppen abstellen, dieser Schuppen war ein Schaf-scher-Schuppen (also wo Schafe geschoren werden und wie sich später heraus stellte auch geschlachtet werden) und diente uns quasi als Aufenthaltsraum. Es gab dort Strom und ein Waschbecken, außerdem einen Tisch und Stühle zum hinsetzen und essen, sowie jede Menge Wolle, in großen Säcken gelagert. Der verstaubte Schuppen machte den Anschein, kurz vorm einstürzen zu sein und roch stark nach Schaf (wie solls auch anders sein). Wir fühlten uns trotzdem recht wohl – irgendwie hatte das ganze schon etwas recht gemütliches und typisch australisches.
Von unserm Auto aus hatten wir Ausblick über die Wiesen mit all den Schafen (2000 insgesamt) und weil die Zäune nicht so ganz in Takt waren, liefen die Schafe eben überall auf dem Hof herum.



Der Aufenthaltsraum/ Schaaf-scheer-Schuppen



Der Ausblick aus unserem Auto (ab und anlatscht mal jemand vorbei)


Zu unserem Arbeitsplatz wars nicht weit, vielleicht 300 Meter – also einmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir sollten im „Shed“ arbeiten, das heißt am Fließband stehen und den Knoblauch sortieren.
Es gab auch noch einen anderen Raum, der für uns von Bedeutung war, etwa 150 Meter von unserem Auto, dort gab es Kühlschrank, Gefriertruhe, Microwelle, Dusche und WC. Man musste also beispielsweise mit seinem Essen immer ein bisschen durch die Gegend laufen, aber egal – hauptsache es gibt einen Kühlschrank und alles. Wir waren also ziemlich begeistert. Bis wir erfuhren, dass wir einfach mal 12 Stunden am Tag arbeiten müssten und dass 7 Tage die Woche..

Außerdem lernten wir am ersten Abend noch unsere Mitbewohner kennen: ein französisches Paar, die beide auf dem Feld arbeiteten. Auch sie schliefen in ihrem Auto und nutzten den Schaf-scher-Schuppen als Wohn- und Esszimmer.

Am nächsten Morgen gings dann los, Treffen war um 7Uhr am Shed und wir verließen unseren Arbeitsplatz erst Abends um 8 wieder. Völlig fertig mit der Welt und mit Blasen an den Händen. Wir hatten die ganze Zeit „Bags“ zusammengebunden und gefaltet.
Die Franzosen sagten, man gewöhne sich daran. Wir fielen tot ins Bett (nachdem wir Ewigkeiten unter der Dusche verbracht hatten, um den Dreck wieder ab zu schrubben).




Doch wir waren richtige Glückspilze, denn wir hatten an diesem Tag das größte Gewitter aller Zeiten miterlebt und dadurch wurde am nächsten Tag nicht geerntet und wir hatten einen fast-freien Tag, was gut war um sich etwas auszuruhen.

An unserm dritten Tag oder so kamen dann noch einmal neue Mitcamper auf die Farm. Jess und Paul, ein deutsches Paar, die morgens ankamen und gleich mal für 13 Stunden aufs Feld geschickt wurden. Wir verstanden uns total gut mit ihnen (viel besser, als mit den Franzosen).
So teilten wir uns nun also zu sechst die Dusche, den Kühlschrank etc.. (das ging aber erstaunlich gut muss man sagen).

In den nächsten Tagen verbrachten die meiste Zeit am Fließband und sortierten Knoblauch. Dabei lernten wir zwei total nette Australierinnen kennen, die ihre Sommerferien mit Farmarbeit verbrachten (in Australien darf man übrigens ab einem Alter von 14 Jahren und 9 Monaten schon arbeiten).
Und tatsächlich: man gewöhnt sich mit der Zeit ein kleines bisschen an den 12 Stunden Arbeitstag – jedenfalls tun einem irgendwann die Beine nicht mehr soo doll weh, wenn man die ganze Zeit stehen muss.



An unserem ersten freien Nachmittag wollten wir nach Ballarat fahren um einzukaufen und um mal Internet zu haben (denn wir hatten noch eine Rechnung zu begleichen, da wir versehentlich in Melbourne auf einer Mautstraße gefahren waren – 15$ kann man ja mal machen). Wir dachten, wir finden den Weg ohne Navi und fuhren und fuhren und fuhren.. hatten blöderweise die passende Ausfahrt vom Freeway verpasst und so fuhren wir gedankenverlohren einfach mal 50km zu weit.
Ohne Worte.

wenn mans feiert, aufm Pic-up auf der Ladefläche mit zu fahren...


Die nächsten Tage wurde wieder gearbeitet. Doch wir waren nicht für immer am Fließband, eines Tages mussten wir tatsächlich mit aufs Feld, auf die „Grimme Machine“. Eine riesige Maschine, auf der 4 Leute stehen müssen und an einem Fließband die Steine aussortieren müssen. Klingt jetzt nicht so anstrengend, ist es aber! Erstmal steht man natürlich die ganze Zeit und das Teil schwankt wie ein Schiff und dann kommen auf dem Fließband mehr Steine an als Knoblauch und man fühlt sich wie eine Krake die ihre Arme immer überall auf einmal haben muss. Dazu kommt natürlich das Problem mit den Fliegen, die einem die ganze Zeit ins Gesicht fliegen. Einzige Lösung war, sich ein Fliegennetz ausm Auto über den Kopf zu hängen. Wir hatten also unseren Spaß. Aber wie gesagt.. wenn man Geld verdienen will..
Wenigstens duften wir einen Abend nach der Arbeit mal ne Runde Trecker fahren. Tag gerettet.

Taliban?





Jetzt ist aber mal Zeit zu den kultigen Bauernhofstorys zu kommen.
Vorweg: uns war von Anfang an aufgefallen, dass sowohl unser Chef Matt als auch seine Frau Jess auffallend gut aussehend waren (Sie völlig durchtrainiert, weil kurz vor Bikinikontest usw.).
Nun waren wir eines schönen freien Tages (ja, wir hatten wir einmal zwei Tage frei, weil wir darauf waten mussten, dass der Knoblauch auf dem nächsten Feld reif wird) in Ballerat und saßen bei Mecces, um dort Internet zu nutzen, als mir bei facebook (bei Leute die du vielleicht kennst oder so) einer der Bauern aus der Gallagher Familie übern Weg lief. Und so begann das stalken.
Was wir dann über unseren Chef und seine Frau heraus fanden, rettete uns den Nachmittag.
Er hatte tatsächlich 2013 bei der australischen Version von Bauer sucht Frau („farmer wants a wife“) mitgemacht, wurde zum hottesten Bauern dieser Staffel, gewählt und wurde ein richtiger TV Star in Australien. Doch das ist nicht alles..
Seine Frau Jessica (bereits Miss Melbourne oder sonst was), war Teilnehmerin bei der TV Sendung „beauty and the geek“ und so hatten die Beiden sich am Set kennengelernt und später geheiratet, was wiederum in Australien durch die Klatschmagazine ging.
Wir hatten es also mit richtigen Aussi- Stars zu tun.. auf einer Farm in nirgendwo. Verrückt oder?





Nach etwa zwei Wochen Arbeit, hieß es dann von einem Tag auf den anderen: So wir sind dann jetzt fertig mit der Arbeit. Und tschüss.. So standen wir da, wussten nicht wohin, noch was wir machen sollten, denn schließlich hatten wir noch 1,5 Wochen zu überbrücken bis es zurück na Melbourne ging.

Soo und wies dann mit uns und der Farmarbeit weiter ging, kommt im nächsten Blogpost.


Freitag, 13. Januar 2017

Als Erster ins neue Jahr starten


Silvester in Sydney kann ja jeder – wir verbrachten den Jahresumbruch in Melbourne. Im Nachhinein sind wir froh, nicht in Sydney 20 Stunden im Botanischen Garten gesessen haben zu müssen nur um ein 15- minütiges Feuerwerk sehen zu können.




Aaaber.. ich will eigentlich noch ein bisschen früher anfangen, denn zwischen Weihnachten und Silvester liegen ja doch noch ein paar Tage.
Nachdem wir nun also Weihnachten bei bestem Wetter am Strand verbracht hatten, holte uns der Ernst des australischen Arbeitslebens wieder ein, jedenfalls für weitere zwei Tage, die wir am Fließband verbrachten.
Danach waren wir reich und konnten uns noch ein wenig in der Gegend umsehen. Naja okay.. reich wäre übertrieben.

Mehr durch Zufall entdeckten wir (so beim Rumfahren) „Puffing Billy“, eine historische Dampfeisenbahn, die heute Touris druch die Gegend fährt. Weil wir sonst nichts zu tun hatten, beschlossen wir uns das mal zu gönnen.
Es war ziemlich cool, mit dieser Eisenbahn zu fahren. So langweilig es auch klingt, aber es hat tatsächlich Spaß gemacht einfach mal durch die Natur zu fahren und die Beine baumeln zu lassen.





Am 30sten fuhren wir dann wieder nach Melbourne, zurück zu dem Haus unserer Gastfamilie. Wieder ein Paar Tage im richtigen Bett schlafen – traumhaft.
Sarah (als kleiner Pflanzenfan) hatte den botanischen Garten Melbournes „the royal botanic garden“ als nächstes Ausflugsziel auserkoren. Es handelt sich dabei Gerüchten nach um einen der größten und schönsten botanischen Gärten der Welt.
Und tatsächlich, wenn das Wetter nicht an diesem Tag so unangenehm gewesen wäre (Nieselregen dies das), wäre es wunderschön gewesen, einen Tag im Park zu verbringen. Es war auch so schön, viele tolle Blumen und Pflanzen au aller Welt, aber ich denke, wir müssen wirklich noch mal bei Sonnenschein wieder kommen..



Und dann wars ja auch schon der 31ste Dezember, der letzte Tag im Jahr 2016 und man ließ noch einmal Revue passieren, was in diesem Jahr alles so passiert ist. Ich finde, es ist viel passiert – eigentlich doch das aufregendste Jahr meines Lebens, oder? Abitur gemacht, Abiball, dann irgendwie von heut auf morgen nicht mehr zur Schule gemusst – nie mehr.. und dann einfach mal in den Flieger gesetzt und ans andere Ende der Welt geflogen.
Verrückt irgendwie.. aber cool!



Silvester ist in Australien ein bisschen anders als zu Hause. Man kann keine Feuerwerke kaufen, es gibt nur ein organisiertes Feuerwerk in der Innenstadt und tausende Leute pilgern dort hin, um sich das Spektakel anzusehen – so auch wir.
Wir planten zunächst mit der Tram, die an New Year übrigens umsonst ist, in die City zu fahren und dort irgendwo in Chinatown was zu essen und wollten dann später zu den Docklands (einem Stadium oder so was) zu gehen, von wo aus man angeblich einen tollen Ausblick auf die Feuerwerke hat.
Bis nach dem Essen lief alles nach Plan. Wir waren erstaunt wie voll die Stadt war und wie sehr sich die Australierinnen aufgetakelt hatten (es war nicht soo warm, also im Pulli und mit langer Hose ganz angenehm): die kürzesten Röcke und die höchsten Hight Heels wurden da präsentiert – so hätte ich mich nicht in die volle Tram quetschen wollen, aber was solls. Wir sahen nur aus wie die letzten Bauern da gegen..



Irgendwie dauerte es in dem übervollen Restaurant dann doch etwas länger alles, als wir dachten (die Hälfte meines Essen kam gar nicht erst, aber so hatte ich wenigstens Geld gespart) und so waren wir dann recht spät dran um uns noch gute Plätze zu sichern.. Wir gingen dann einfach entlang des xxx Flusses in Richtung Docklands und stellten fest,ass man dort auch ganz nett sitzen kann.
Wir verbrachten also den Jahreswechsel auf einer Mauer sitzend mit Blick auf die halbe Innenstadt- Skyline (ein perfekter Platz).


Nach nur einer Stunde warten (nicht wie in Sydney üblich), bestaunten wir dann bereits das Feuerwerk auf den Dächern der Hochhäuser. Es war sehr schön, alles so synchron und einfach toll anzusehen – auch wenn der Spaß nur 10 Minuten währte. Und dann waren wir auch schon im neuen Jahr. Als erste.



Im Anschluss strömten die Menschenmassen auch schon wieder Richtung Tram. Da wir keinen Plan hatten, was man nun noch in der Stadt machen sollte, da ja alles schon komplett voller Menschen war, entschlossen wir uns, es ihnen gleich zu tun und machten uns auf den Heimweg. In der Tram begegnete man dann noch dem ein oder anderen komischen Wesen (stark geschminkt, mit buntem Haarspray und allem Anschein nach alkoholisiert) aber ansonsten kamen wir problemlos wieder zu Hause an.

Erst im Nachhinein fiel uns auf, dass man doch ein wenig wie deutschen Silvestertraditionen vermisst hat – Berliner essen, Dinner for one, Wunderkerzen, Raclette.. all diese Sachen.
Aber da hat man ja scho was, worauf man sich fürs nächste Jahr freuen kann!
Wir haben jedenfalls dieses mal andere Silvester sehr genossen, einfach weil,,s mal so ganz anders war.


Dienstag, 3. Januar 2017

Weihnachten in St. Kilda


Irgendwann am 23sten Abends fiel uns ein, wir müssten irgendwie mal die Weihnachtsplanung angehen..
Naja eigentlich fragten uns natürlich schon viel früher immer alle, wie wir denn eigentlich Weihnachten in Australien verbringen würden. So eine richtige Antwort hatten wir nicht. Wir wollten nur gerne mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, also beschlossen wir, uns in einem Hostel einzumieten.
Wir dachten, es gäbe vielleicht eine paar in unserer Nähe, aber war nicht der Fall, das einzige was es gab, war natürlich schon ausgebucht.
Also fiel unsere Wahl auf St. Kilda – den Melbourner Strand – eine Backpacker Hochburg. Wir setzten uns also am Abend des 23sten Dezembers ran und buchten 2 Betten im gemischten 8Betten-Zimmer des „Base“ für die Nächte vom 24sten bis 26sten.
Prompt war die Vorfreude groß, denn das Hostel lag nur 100 Meter von der Straße mit all den Läden und Bars und nur 400 Meter vom Strand entfernt. Außerdem hatten wir so mal die Möglichkeit, ein Paar andere Backpacker kennenzulernen.




Am 24sten gings dann morgens los in Richtung Melbourne. Das Wetter war bereits traumhaft und für die nächsten Tage waren ebenfalls Temperaturen von 35°C angesagt.
Wir fanden tatsächlich einen kostenlosen Parkplatz direkt gegenüber vom Hostel und konnten sogleich einchecken.
Das Base ist ein sehr großes aber auch modernes und sauberes Hostel, das uns auf Anhieb sehr gut gefiel. Unsere Zimmergenossen waren samt sehr nett: ein Schotte, zwei Finninin, ein Japaner, ein Italiener und eine Engländerin.
Besonders freuten wir uns natürlich über den Kühlschrank.



Den 24sten verbrachten wir zum größten Teil am Strand. Am Abend gingen wir mit dem Schotten und dem Japaner in die Bar unseres Hostels. Dort sollte die ultimative Christmas- Party steigen. Als wir dort eintrafen war bereits einiges los.


Eh wir uns versahen, spielten wir die erste Runde Billard unseres Lebens zusammen mit einem Kanadier. Ich weiß jetzt, was ich auf jeden Fall nicht kann.
Und der Abend wurde noch lustiger..
Besonders cool war es, dass einen einfach jeder ansprach, wo man herkomme und wir auf diese Weise total viele Leute aus total vielen Ländern kennen lernten. Es gab sowohl Lifemusik als auch einen ziemlich guten DJ und die Leute waren alle sehr gut drauf, sodass die Tanzfläche gut gefüllt war. Wir freundeten uns mit einer Gruppe Schweden an und lernten die schwedische Version von Discofox.
Später am Abend wurde dann noch die „snow machine“ angeschmissen – und die Party verwandelte sich in eine Schaumparty. Zu diesem Zeitpunkt tanzten sie schon alle auf den Tischen..
Eh ich im Bett war, wars dann auch schon 4 Uhr morgens. Ein rundum gelungener Abend (wenn man mal von meiner TK- Pizza absieht, denn es gab keinen Backofen und Pizza aus der Micro ist nicht das geilste was man machen kann).



Was glaubt ihr, haben wir am ersten Weihnachtstag gemacht?
Jaa – natürlich wieder am Strand gelegen. Es war perfektes Wetter und am Strand war die Hölle los. Ich habe och nie so viele Menschen an einem Strand gesehen. Auszuhalten war es eigentlich nur im Wasser, sodass sogar ich Landratte mich an Weihnachten ausnahmsweise mal in die Fluten wagte. Es gab dann noch eine Kugel Eis für 5$ - man gönnt sich ja sonst nichts.. und später guckten wir „schöne Bescherung“ im australischen Fernsehen.



Am Abend waren wir zu unmotiviert, noch einmal feiern zu gehen, also machten wir einen Spaziergang entlang der Promenade und setzten uns noch ein wenig an den Strand.
Am nächsten Tag hatten die Geschäfte schon wieder auf und wir gingen ein wenig shoppen, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Seville machten.

Ein ganz besonderes Weihnachtsfest war für uns vorbei gegangen. Wir haben es sehr genossen, Weihnachten mal im Sommer zu feiern und werden es bestimmt nie wieder vergessen.


Cherrys for Christmas – unsere erste bezahlte Arbeit



Am 17ten Dezember verließen wir Melbourne wieder – wir fuhren erst abends los, damit wir noch einmal ein warmes Abendessen haben konnten, bevor wir wieder unter die Camper gingen. Blöderweise fiel uns nun erst auf, dass weder die Innenbeleuchtung, noch das Rücklicht unseres Autos funktionierte. Ist natürlich besonders cool, wenn man im dunkeln mit einem unbeleuchteten Auto durch Melbourne fahren muss.
Es war die gruseligste Autofahrt meines Lebens.
Und der Gedanke, demnächst wieder in einer Werkstatt halt zu machen, hob die Stimmung auch nicht grade (man muss dazu sagen, wir hatten grade erst beim Autoelektriker den Zigarettenanzüder reparieren lassen, sodass wir unsere Handy mal aufladen konnten – für 90 Dollar wohlgemerkt).
Die letzten Kilometer mussten wir mit Warnblinklicht fahren, um in der Dunkelheit der Landstraße überhaupt gesehen werden zu können.
Gott sei dank kamen wir lebend in Seville an, wo wir am Rande eines Chricket Ovals nächtigten.



Am Sonntag morgen gings dann ab zur Arbeit – das erste mal Geld verdienen in Australien! Wir arbeiteten von 8 Uhr morgens bis halb 3. Unser erster Job war recht anstpruchslos und unfregend: Wir standen die ganze Zeit am Fließband und sortierten Kirschen in erste Klasse, zweite Klasse und Müll.
Zwar war es anstrengend, aber ich glaube, fruit picking wäre noch schlimmer gewesen. Das Unangenehme bei der Arbeit war, dass man die ganze Zeit nach unten guckt, was dann irgendwann schöne Nackenschmerzen zur Folge hat und dass die Kirschen bevor sie aufs Fließband kommen, gebadet werden, mit der Folge, dass einem nach stundenlangem Kirschensortieren langsam Schwimmhäute wachsen.
Noch dazu ist es im Packingshed ziemlich kalt und wir sind trotz Pullover und Jacke fast erfrohren.




Was wir leider nicht erfuhren, war wie viel Geld wir eigentlich bekommen würden pro Stunde, dafür erfuhren wir, dass nur 3 maximal 4 Tage Arbeit für uns da wäre. Natürlich super, wenn man noch die ganze Zeit bis Silvester totschlagen muss und irgendwie auch mal Geld braucht.

Die nächsten Tage wurde unser Arbeitstag immer länger, einen Tag arbeiteten wir sogar 9,5 Stunden. Wir erfuhren nun auch, dass wir 22 Dollar die Stunde verdienten (abzüglich Steuern natürlich nur noch 19 Dollar) – eine ziemlich gute Bezahlung.
Viele Leute lernten wir bei der Arbeit leider nicht kennen – die meisten Kollegen und Kolleginnen stammten aus Malaysia und waren hier als Saisonarbeiter unterwegs, auch ein Paar Backpacker waren dort (ein Spanier, ein paar Franzosen, eine Engländerin und auch ein Deutscher) aber die Unterhaltungen beschränkten sich auf kurzen Smalltalk, denn Quatschen am Fließband wurde von der Chefin nicht gern gesehen – meistens wurde man dann an ein anderes Fließband versetzt. Die längste Zeit blieb also jeder für sich.

schönstes Accessoire: das Haarnetz

Was unseren Schlafplatz anging, wurde die Wiese neben dem Sportplatz zu einem richtigen kleinen zu Hause für uns. Es gab dort ein Carport, wo wir drunter parken konnten, was super praktisch war, nn man konnte auch mal Sachen raus stellen, ohne sie gleich komplett dreckig und nass zu machen. Wir waren dort auch recht ungestört und hatten die meiste Zeit unsere Ruhe – konnten auf der Wiese in der Sonne liegen und so weiter..




Der Ortskern mit allen Geschäften wie beispielsweise Aldi war zu Fuß in weniger als 10min zu erreichen und es gab sogar eine öffentliche Dusche auf einem Spielplatz – das Wasser allerdings so kalt, dass man es nur aushalten konnte, wenn es wirklich warm war und man vorher ein paar Runden um den Sportplatz gejoggt war.



das Leben als Penner

An unserem ersten freien Tag fuhren wir zurück nach Melbourne zu dem Autoelektriker, denn schließlich ging das Licht ja seit wir dort waren nicht mehr. Wir standen dort schon morgens auf der Matte, der Hoffnung gleich dran zu kommen, mussten jedoch dann noch bis Mittags waren, weil er keine Zeit hatte. Wir nutzen den Vormittag, um ins Fitnessstudio zu gehen – Probetraining – eigentlich wollten wir nur duschen..

Das Auto wurde dann tatsächlich innerhalb von wenigen Minuten repariert und wir mussten nichts bezahlen, denn er sah sofort ein, dass er das beim Reparieren des Zigarettenanzünders irgendwie kaputt gemacht hatte – war scheinbar keine große Sache, nur irgendwo n Kabel falsch oder so. Wir waren komplett erleichtert.
Auf dem Rückweg fuhren wir dann noch auf einen Berg im Dandenong Ranges National Park, wo man von einer Aussichtsplattform dem „Sky High“ über ganz Melbourne sehen konnte – eine traumhafte Aussicht.






Vor Weihnachten hatten wir noch einen weiteren freien Tag, an dem wir uns den Ort Healesville und den angrenzenden Yarra Ranges National Park angucken wollten. Es war super warm an dem Tag und wir hofften uns im National Park an den Stausee legen zu können und ein bisschen rumzugehen. Es stellte sich herraus, dass fast alle Wanderwege dort aufgrund von Baumfällarbeiten gesperrt waren und dass der See ein Wasserreservoir ist, der komplett eingezäunt ist. Die Aussicht vom Staudamm war trotzdem sehr schön und wir fuhren nur ein bisschen enttäuscht wieder nach Seville.







Bei der Arbeit erfuhren wir dann, dass wir auch nach Weihnachten noch ein mal für zwei Tage zum Kirschen sortieren kommen dürften, das freute uns natürlich, denn wir können ja jeden Cent gebrauchen.
Auch wenn die Arbeit nicht das angenehmste ist, ein Blick aufs Konto macht dann alles wieder gut.